Vor vielen Jahren kam die Studienrätin Doris M. wegen Migräne in meine Praxis. Sie war eine zarte Person, die recht nervös wirkte und mit ihren Kindern kaum zu recht kam. Sie war mit einem Mann verheiratet, der in der Umgebung hohes Ansehen besaß und allgemein etwas galt, aber auch sehr bestimmend war.
Frau M. berichtete, dass sie nach der Geburt ihres ersten Kindes, das inzwischen 4 Jahre alt war, drei Tage vor der Menses beginnend, eine Migräne bekam. Die Migräne war mit Übelkeit verbunden, allerdings nicht typisch einseitig. In dieser Zeit machten sie Lärm und Aktivität völlig verrückt, nur in Ruhe und Stille fühlte sie sich besser. Mehr oder weniger hatte sie während der ganzen Menseszeit Kopfschmerzen mit Übelkeit. Jegliche Erschütterung war äußerst schmerzhaft. Außerdem fielen ihr während der Zeit viele Blähungen auf. Neben der Migräne hatte sie während der Menses Rückenschmerzen, wie auch Bauchschmerzen mit gelegentlichem Senkungsgefühl. Typisch für die Seite ihrer Familie waren Nierenprobleme. Ihr Vater hatte Nierenversagen gehabt, sie selber war bereits an der Niere operiert und ihr ältester Sohn hatte auch bereits eine Nierenentzündung hinter sich, obwohl er erst 8 Jahre war.
Sie berichtete, dass sie eher frieren würde, als schwitzen, jeglicher Wetterwechsel ihr Probleme mache und das ganz besonders Nebel schlimm für sie wäre. Schon als Kind hatte sie sich vor jeder Berührung gedrückt. Sie mochte es überhaupt nicht gedrückt zu werden und auch enge Kleidung im Gürtelbereich und Halsbereich waren ihr zu wider. Bezüglich der Nahrungsmittel berichtete sie, dass sie überhaupt keine Süßigkeiten vertrage und dass auch Tee nicht ihr Ding wäre. Tabakrauch könne sie auch nicht vertragen, besonders zur Menseszeit.
In letzter Zeit juckten sie immer wieder die Beine, manchmal war es tagsüber manchmal auch nachts.
Als Impfung gab sie Pocken, Tuberkulose, Diphtherie, Tetanus und wegen einer Fernreise Typhus und Gelbfieber an.