Vor einiger Zeit kam Frau A. mit ihrer kleinen Tochter in meine Praxis. Bianca war regelmäßig in einer lebensgefährlichen Situation. Sie wachte nachts schreiend auf, bekam während des Schreiens Atemnot, hörte oftmals zu atmen auf bis sie dann in Ohnmacht fiel. Für das Kind und für die Eltern war die Situation äußerst belastend, da letztlich keiner der Betroffenen regelmäßig durchschlafen konnte. Bianca sah aus wie eine „Käthe-Kruse-Puppe“, blond, stechende blaue Augen und rundlich. Ihre Mutter erzählte, dass Bianca ein selbstbewusstes, ausgeglichenes, glückliches und liebes Kind sei, allerdings dies nur tagsüber. Nachts müsste sie häufig weinen, was sich bis hin zu einem Brüllen steigern konnte. Biancas Verhalten nachts war genau entgegengesetzt ihres Verhaltens tagsüber. Diese Situation hatte sich ungefähr eingestellt, nachdem Bianca 9 Monate alt war. Bis zu diesem Zeitpunkt hat sie tags und nachts geschrien.
Heute wachte sie nachts brüllend auf, war kaum zu beruhigen, hörte vor lauter Weinen irgendwann auf zu atmen und fiel in Ohnmacht. Diese Attacke sei zum ersten Mal kurz nach der Geburt aufgetreten. Eine Ursache dafür konnte bisher nicht gefunden werden. Auffällig war allerdings, dass Bianca während dieser Schreianfälle einen extremen Blähbauch entwickelte. Während der Leidenszeit hatte die Mutter herausgefunden, dass sie das Schlimmste damit verhindern konnte, dass sie ihre Tochter ablenkte, mit Reden, mit Vorlesen, mit Trost und mit körperlicher Nähe. Dies war allerdings eine aufwendige Aktion und so verbrachten die Eltern und Bianca mindestens 2 Stunden in der Nacht auf diese Weise. Vom Erscheinungsbild her ging es Bianca erheblich besser als ihrer eigenen Mutter. Ihren Kräfteverlust sah man ihr extrem an.