Der zarte, durchscheinend wirkende Beat kam vor einiger Zeit, begleitet von seiner Mutter, in meine Praxis. Hauptanliegen der Mutter war die Ausheilung der Phimose, welche Beat entwickelt hatte, ohne operativen Eingriff.
Der Junge schaute sich interessiert in der Praxis um. Seine Gegenwart war äußerst angenehm, da er nur wenige Worte an uns richtend, alleine spielte, ohne jegliche Aufmerksamkeit zu benötigen. Dabei hatte ich das Gefühl, dass er seiner Mutter und mir genauestens zuhörte, sich dies aber nicht anmerken ließ.
Frau L. berichtete, das Beat an allem was er hörte und sah interessiert sei: beispielsweise am Leben der Dinosaurier, warum Flugzeuge fliegen können oder Automobile funktionieren. Sein Wissensdurst sei kaum zu stillen. Dabei sei er gleichzeitig aus Sicht der Eltern ein „bequemes“ und unkompliziertes Kind.
Er fordere wenig und könne sich lange Zeit selbst beschäftigen. Beat war aber auch ein sehr ernstes Kind, was seiner Mutter nicht sonderlich gefiel.
Gelegentlich spielte er – ohne Kontaktschwierigkeiten und ohne in Konflikte zu geraten - mit anderen Kindern. Am allerliebsten jedoch war er allein, da seine Interessengebiete sich doch stark von denen der anderen unterschieden.
Der Fragebogen von Beat war wenig ergiebig.
Ich konnte dem Bogen entnehmen, dass er als Baby einmal eine trockene Hautstelle am Oberarm gehabt hatte, welche aber mit Einfetten wieder verschwand.
Auffällig war, dass Beat schon als Baby keine enge Kleidung ertragen konnte. Wurde sie ihm trotz allem angezogen, schrie er los. Heute ärgert er sich und zieht sich sofort um. Außer einem mehrfachen, geringfügigen Husten und einer schweren Mittelohrentzündung war er nie ernsthaft krank gewesen. Im Zusammenhang mit der Phimose äußerte die Mutter den Verdacht, dass der Urin von Beat scharf sei, da sein Penis oft leicht gerötet sei.