Vor einigen Jahren kam die Patientin Elly K. in meine Praxis. Sie wirkte sehr forsch und fordernd und berichtete, daß sie seit mehreren Monaten an der linken Hüfte massive Schmerzen habe. Unterdessen wüßte sie gar nicht mehr, ob sie gehen, sitzen oder liegen solle, denn in jeder Haltung begann die Hüfte nach einiger Zeit zu schmerzen. Es war speziell die linke Hüfte, obwohl die rechte Hüfte gelegentlich auch schon schmerzhaft wurde. Im Stehen habe sie nach unten ziehende Hüftschmerzen, im Sitzen habe sie drückende Hüftschmerzen, gelegentlich im Liegen auch ziehende.
Bewegungen waren unangenehm, aber Ruhe wurde auch nicht ertragen. Da sie mit aller Liebe Ballettänzerin war, waren ihre Schmerzen recht hinderlich. Außerdem hatte Elly Angst, das Tanzen aufgeben zu müssen. Sie erzählte sehr vehement, daß dies ihr größtes Hobby sei. Im Bewußtsein, daß Hüftschmerzen eine innere, vor allem eine emotionale Unausgeglichenheit bedeutet, ein Mensch ist innerlich aus dem Lot geraten und kann dadurch seinen eigenen Weg nicht mehr weiter gehen, befragte ich die Patientin, in der Hoffnung irgendwelchen seelischen Problemen auf die Spur zu kommen.